Glück

Momente der Lebensfreude konnte ich früher kaum aushalten. Durchflossen mich Glückschauer, kribbelten die Arme vor Energie, lief ich raus, um jemanden zu finden, mit dem ich dies Glück, diese Energie teilen konnte. Oder ich trank Alkohol. Einfach still und leise für mich dahin freuen ging nicht.

Oder ich nahm Glück als solches nicht wahr. Lange Zeit war ich der Meinung, kein glücklicher Mensch zu sein, weil ich kein Glück fühlte. Halt, es war anders: ich fühlte Glück, nahm das Glück als solches nicht wahr, ich bewertete es falsch, sondern empfand es als aufgekratzte Unruhe, was ich eher als anstrengend und störend empfand, weil ich nicht mehr in der Lage zum Stillsitzen war. Gerade in Schule, Studium und Job stellte sich dieser Zustand als störend ein.

Heute funktioniert das Wahrnehmen von Glück viel besser. Aufgekratzt bin ich noch immer, ich lehne mich zurück und versuche die Situation des positiven inneren Chaos fließen zu lassen. Solche Momente sind dazu angetan, zu spüren, wie ich mich liebe und wie ich anderen gegenüber anders auftrete. Im Umkehrschluss verhalten sich meine Gegenüber ebenso lockerer und liebevoller.

Eigentlich lebt es sich ganz leicht, nur diese leichte, glückliche Gefühl unterstützt schon sehr. Kommt mir dies Glücksgefühl abhanden, lebt es sich nicht so leicht.

Wie entsteht Glück?

Bei mir entsteht das Glücksgefühl durch Tun, Sehen, Fühlen und Riechen. Heute Morgen erreichte mich die Nachricht, beruflich in einer Angelegenheit erfolgreich gewesen zu sein. Ich klopfte mir selbst auf die Schulter und war sehr zufrieden mit mir. Ein Glückgefühl entsteht beim Anblick eines atemberaubenden Himmels am Abend oder am Morgen, Sonnenauf- oder – untergang lassen mir schon die Sprache verschlagen. Das Lächeln eines Menschen macht mich glücklich, insbesondere, wenn ich es hervorgerufen habe. Sommerluft am Abend macht mich glücklich, Bewegung ebenso.

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6 Antworten zu Glück

  1. feelingwords schreibt:

    Danke. Zeilen wie diese zu lesen tut gut. Ich hab wohl zur rechten Zeit wieder auf deine Seite geschaut :)
    Ich wünsche dir, dass du dir diese innere Kraft behalten kannst, sie sogar noch ausbauen kannst und Vertrauen gewinnst, zu dir, du deinen Werten und Gefühlen.
    Lieben Gruß, Ju

    • autumn schreibt:

      Freut mich, mal wieder von dir zu hören. Leider, leider behält dies Gefühl keine anhaltende Konstanz, eher ein Auf und Ab, je nach Tagesform. Die Tendenz des Zutrauens allgemein wächst jedoch, was ich viel wichtiger finde, als ein ständiges Glücksgefühl.
      Lieben Gruß
      autumn

  2. mayarosa schreibt:

    Lieber Autumn,
    ich habe in meinem Urlaub einen interssanten Artikel gelesen von dem ich leider viel zu wenig verstanden habe – es schrieb ein Philosophie-Prof. in El Pais. Und dazu ist mein Spanisch dann doch zu schwach. Die Überschrift lautete, so wie ich den Titel übersetze: “Der Imperativ des Glücks” und endete mit diesem Satz, ebenfalls frei übersetzt/erinnert: “Glücklich ist jeder gleich. Unglücklich ist jeder individuell.”
    lg mayarosa

    • autumn schreibt:

      Liebe mayarosa,
      zurück aus dem Urlaub? Ich hoffe, du hattest eine schöne Zeit.
      Meinst du, die Sätze stimmen? Finde ich eher nicht. Glücklich ist eher nicht jeder gleich, oder zumindest findet sich darüber wenig Übereinkunft mangels Austausch. Beim Unglück besteht eher Übereinkunft, weil Wetter, Krankheit und unglückliche Liebe allenthalben Gegenstand des Jammers ist.
      Versuche doch mal rauszufinden, wovon der Artikel handelt.
      Lieben Gruß
      autumn

  3. mayarosa schreibt:

    Für dich gegoogelt: http://www.elpais.com/articulo/opinion/imperativo/felicidad/elpepiopi/20100813elpepiopi_12/Tes
    Diesen Satz meinte ich: “Parafraseando el célebre inicio de Ana Karenina: todos los felices son felices de la misma manera, pero cada uno es desgraciado de modo singular.”
    Übersetzt heißt das ungefähr: “Frei nach dem berühmten Beginn von Ana Karenina: Alle Glücklichen sind auf die gleiche Art glücklich, aber jeder einzelne ist unglücklich auf seine eigene Weise.”

    Zum Urlaub: Wetter was super, Meer auch … mehr demnächst vielleicht auf meinem Blog. Bin gerade auf Zwischenstopp. Morgen geht es weiter zur Verwandtschaft …

  4. dachfenster schreibt:

    “Das Lächeln eines Menschen macht mich glücklich, insbesondere, wenn ich es hervorgerufen habe.” Wie wundervoll …!

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