Für den vergangenen Samstag hatte meine Frau mir Theaterkarten geschenkt. Wir gingen gemeinsam hin. Dies ist zu erwähnen, weil sie extra offen ließ, mit wem ich dort hin gehen werden. Ich fragte sie. Natürlich. Wen sollte ich sonst fragen, diese Antwort offen zu lassen war eine kleine Stichelei von mir, klar wie das gemeint war.
Das Stück war eine Komödie mit einigem Tiefgang, es handelte von drei Männern in den mittleren Jahren, sie äußerten Gedanken zum Leben und zum Thema Frauen, das ich hier nicht weiter erzählen möchte, weil es klar ist, klar, auch zotig, aber eben auch sehr lieb, nicht flach und niveaulos. Ich fands gut gemacht.
Das Geschenk wählte meine Frau anscheinend mit Bedacht, weil ihr klar war, auf was sie sich einließ, nämlich andauernde Diskussionen zum Thema. Zwei Gedanken aus dem Stück fand ich besonders erwähnenswert:
1. einer der Darsteller beschwerte sich auf über seine Frau, sie sei “menschenähnlich”, unnahbar, er wolle erzählen, sie hätte hingegen ihre Seele verschlossen.
Ich war sofort auf Betriebstemperatur. Klatschte Szenenapplaus, der meiner Frau peinlich war, sie versuchte, mich zu mäßigen.
2. einer der Darsteller wünschte sich, seinen Kopf in den Schoß seiner Frau/Freundin zu legen, die dabei seine Augen zuhielt.
ja, ja… ich will das auch, meiner Frau kommt das nicht in die Tüte, ihr kommt das irgendwie verdächtig unmännlich vor. Ist das so? Ich hätts mal richtig gern.
Die Stimmung im Saal war großartig, ich euphorisch, zwischen meiner Frau und mir prickelte es. Welch’ großartiges Gefühl, lange nicht mehr so wenig Schranke zwischen uns gespürt, aber eben wenig, um das Haar in der Suppe zu finden. Keine Schranke wars auch nicht. Gibts das überhaupt? Schrankenlos mit einer Frau? Die Jungs auf der Bühne philosophierten ihre eigene Meinung dazu, ich war nicht allein. Zu gern wäre ich auf die Bühne gelaufen und hätte mitgemacht.
Der Abend endete schön.
Diese Tage fuhren wir Erledigungen machen, ich fuhr mit, warf ein, nicht unbedingt mit zu müssen. U. sagte: “Doch, es ist mir wichtig, dich einfach nur dabei zu haben.” Wie warm sich diese Worte anfühlten. Wie recht sie hat, den Partner einfach dabei zu haben, zu wissen, er ist dort, auch wenn er nicht unbedingt da ist. Ein bislang nicht wirklich bewusst empfundenes, sehr schönes, glückliches Gefühl.
Mit der leichten Einschränkung, wie ich nun mal so bin, merke ich an, ein flüchtiges Gefühl, wie ein schöner Falter. Mit einem Mal und unversehends sitzt er da, lässt sich bestaunen, es piekt vor Glück, schon ist er verschwunden.
ach, autumn, wie schön…!
da kriegt man ja gänsehaut beim lesen
ein weg zeichnet sich ab…
Schöner Artikel!
Ja, ein Weg zeichnet sich ab, stimmt, anna. Der Weg wird kein gerader Weg. Aber vielleicht auch doch, morgen mehr. Übrigens, den Artikel von heute erweiterte und ergänzte ich an einigen Stellen. Ich finde ihn ebenfalls gut gelungen, er gibt die Stimmung wunderbar wieder.
Freut mich für dich. LG