Persönliche Grenzen

Nixzen stellt die These auf, ich könne mich in dem Schmerz wohl fühlen. Auszuschließen ist das nicht. Manche Menschen sagen mir eine gewisse Schwere nach, aber auch das Thema hatte am Wickel. Da ging es um Melancholie. Man ist, wie man ist, ein Mensch ändert sich nicht wirklich, er kann nur dazulernen.

Hinzulernen, das geschieht schon sehr immens und in großem Umfang bei mir. Eigene Grenzen erkennen und dazu stehen. Ganz bestimmt ist das das Ziel. Erkennen, wenn ich mich verbiegen könnte, die Konsequenzen ziehen, mich abgrenzen, auch wenn es dem Herbst nicht guttut. Mein persönliches Pendel darf nicht zu extrem ausschwingen, um nicht im Eisenofen zu landen.

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14 Antworten zu Persönliche Grenzen

  1. Frau Neu(n)malklug schreibt:

    “Eigene Grenzen erkennen und dazu stehen.”

    Das ist wohl wichtig aber man darf die auch nicht zu eng setzen. Manchmal ist es auch gut und richtig über seinen eigenen Schatten zu springen und dadurch eine Grenze zu verschieben.
    Auch wenn mein Blog selten schwer wirkt, ich habe diese Schwere auch und ich empfinde das nicht als schlimm. Ich bin ich bin ich… Wenn man das erkannt hat, ohne Wenn und Aber zu sich selbst stehen kann, dann hat man es halbwegs geschafft.
    Aber, und das ist wichtig. Ich habe das schon tausend Mal gesagt aber ich wiederhole es immer wieder gern.
    Sind wir immer nur das, was wir glauben, das wir sind? Ist es nicht viel mehr ein andauerdes gegenseitiges aufeinander wirken? Warum wirkt man auf andere Menschen oftmals anders, als man selbst über sich denkt?
    Reflektion.
    Auch mal ohne Scheukleppen in den Spiegel sehen, denen andere uns vorhalten. Denn oftmals steckt da mehr Wahrheit hinter, als wir uns in unserem Narzismus ( und den hat jeder, nur unterschiedlich ausgeprägt ) eingestehen wollen. Nicht jeder der Kritik an uns übt will uns verletzen und da heißt es auch mal sich NICHT bewusst abzugrenzen, sondern den Kontext zu suchen oder zumindest zuzulassen.

  2. gehirnwäsche schreibt:

    …Schmerz immerhin ist ein – nicht unerheblich – intensives Gefühl. Wir können uns darin ergehen – und uns zumindest dabei spüren. Also: Besser leiden -als mit nichts und mit sich selbst nicht in Kontakt zu stehen…

    Lieber autumn, Du schreibst – bitte korrigiere mich – Du liebst Deine Frau. Ist dieses Gefühl wirklich Liebe? Das Deinen Blick nicht aufklaren lässt für Dein Leben, sondern ihn immer wieder zurückschweifen lässt. Wenn nicht in M. so bist Du vielleicht zumindest in die Idee dessen, was Du mit dieser Frau (vielleicht erst- und einmalig) erleben durftest, verliebt. Etwas, das Dich mit U. nicht zu verbinden scheint – was Du jedoch zutiefst in Deinem Leben vermisst. Vielleicht fällt er Dir deshalb so schwer, der lebensbejahende Blick nach vorne.

    “Mein persönliches Pendel darf nicht zu extrem ausschwingen, um nicht im Eisenofen zu landen” schreibst Du. Mit M. hast Du Deine persönliche Amplitude massiv vergrößert und die Grenzbereiche Deines Gefühlserlebens – positiv wie negativ – erweitert. In Deinem Leben dagegen brauchst du vielleicht genau die Konstanz und Distanz einer Beziehung mit U., ein verlässliches “System” – und zwar auch für Dein persönliches Gleichgewicht, das mit der sehr viel unsichereren Konstellation einer narzistisch orientierten Beziehung mit Höhen und Tiefen dauerhaft gefährdet wäre. Und so bleibt alles, wie es ist, auch wenn Dein narzistisches alter ego unsäglich unter dieser Gleichförmigkeit leidet…

    Dies alles natürlich sind nur Spekulationen bzw. Denkanstöße zu zugegebenermaßen später Stunde.

  3. mayarosa schreibt:

    Lieber autumn, ich sehe, du hast dein Blog umbenannt. Finde ich super! Neues Jahr, neue Offenheit, neues Glück auf deinen Wegen und Wachstum … LG mayarosa

  4. gehirnwäsche schreibt:

    …eine Beziehung, die zuvorderst Deine grundmenschlichen Bedürfnisse nach Bestätigung, Anerkennung und Liebe mit dem Rauschhaften verquickt, die nicht auf Verstand sondern dem Gefühl basiert. In diesem Sinne lag die Betonung hier vielleicht auch eher auf “unsichere Konstellation”, ist der Narzisst in seinen Beziehungen doch eigentlich genau auf das Gegenteil aus, nämlich auf Selbstbestätigung ohne Selbstaufgabe, sprich: Distanz statt Nähe, U. statt M. …………!?.

    Dies ist vielleicht (auch) ein Grund dafür, weshalb Du (D)ein Leben nicht “verläßt”. Weil Du eine so gefühlsbetonte, und damit eben labile und störanfällige Beziehung, wie Du sie mit M. erlebt hast, vielleicht mit letzter Konsequenz gar nicht “ertragen” könntest.
    Und umgekehrt kannst Du Dein Leben, das Dir den Halt gibt, nicht mehr ertragen, weil eben etwas fehlt – nämlich genau dieses Gefühl, das Dir so viele Monate die Energie verliehen hast, die Du nun so vermisst.

    So stehst Du also nun in dieser Welt zwischen den Welten – und findest keinen Kontakt mehr zu Deinem “Selbst”, das sich nirgends mehr spiegeln kann (wie in M.) bzw. will (wie früher in U.)….und das sind gleich drei Verluste auf einen Schlag.

    • autumn schreibt:

      Ich danke dir ersteinmal dafür, dich so intensiv mit meinem Blog zu beschäftigen und mir diese Analyse zu geben. Sie gibt mir Antworten, auch wenn sie auf dem ersten Blick schwer verständlich und verdaulich sind. Je häufiger ich sie lese, desto mehr kann ich sie annehmen. Es passt schon. Ich muss aufpassen, nicht sofort nach Lösungen zu schreien und mich davon runtergezogen zu fühlen.

  5. mayarosa schreibt:

    Lieber autumn,
    was nu?
    Entweder etwas entfernt sich vom Ausgangspunkt. Das heißt: Du gehst einen Weg von A nach B.
    Oder etwas dreht sich im Kreis. Das heißt: Du gehst bei A los und kommst dort auch wieder an.
    Die Umbenennung des Blogs spricht eher für den Weg. Und das ist völlig in Ordnung. Es zeigt eine Entwicklung. Ich vermute, deine inneren Kreisimpulse wollen sich lieber weiter im Kreis drehen und wettern daher gegen den neuen Blognamen. Lass sie reden und gib’ nicht so viel drauf …. :-)

  6. gehirnwäsche schreibt:

    Was ich vor allem mit meinen sicherlich gewagten Worten sagen möchte: Wenn wir uns und unsere ureigensten Bedürfnisse kennen, können wir uns vielleicht auch ein Stück weit besser annehmen – und vielleicht auch die Art von Leben, von Beziehung, die als logische Konsquenz daraus resultiert. Und das ist dann manchmal eben Sicherheit und Zuneigung – statt Abenteuer und unberechenbare Leidenschaft. Diese Erkenntnis nimmt uns zwar nicht die Trauer, ergreift uns nicht im Herzen und in unseren Gefühlen – aber unser Verstand versteht…und das kann auch ein Trost sein.

    Du merkst, aus meinen Worten schwingt sie stets mit, die Projektion, das gefühlte Dilemma, das man vielleicht einfach als Spannungsfeld des eigenen Lebens annehmen muss.

    Heute scheint die Sonne….

    • autumn schreibt:

      Mit dem besseren Annehmen, das stimmt, vorallem hole ich mich seit geraumer Zeit aus dem Versteckspiel heraus. Allein dies bringt eine enorme Veränderung mit sich, auch wenn der Schmerz nicht unbedingt nachlässt, sondern anschwillt.

      Heute scheint die Sonne… :-)

  7. mannwerdung schreibt:

    Mir fällt dazu das Thema Selbstmitleid ein, damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Ich werde mal wieder mehr mitlesen hier, derzeit ist einfach wenig Zeit dafür.

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